Fiesta Moros y Cristianos

Moros y Cristianos werden in Spanien die Fiestas genannt, bei denen die Vertreibung der Mauren durch die Christen gefeiert wird. Diese Fiestas werden alljährlich in ganz Spanien gefeiert, besonders in der Region Valencia, aber auch in einigen Orten in Andalusien. Farbenfroh sind die Fiestas Moros y Cristianos, denn zu ihnen gehört das Nachstellen der historischen Eroberung einer Stadt durch die Mauren und deren spätere Vertreibung durch die Christen – gespielt wird dabei in Kostümen, die den mittelalterlichen Gewändern ungefähr entsprechen.

Wie kam es dazu, dass Spanier Moros y Cristianos feiern? Ein Blick in die Geschichte klärt auf:

Gibraltar, der südlichste Zipfel Spaniens liegt gerade einmal 14 Kilometer von Afrika entfernt – man kann hinüberschauen und das von beiden Seiten. Im Jahr 711 gab der arabische Kalif Al-Walid I. einem kleinen Trupp Männer den Befehl die Meeresenge zu überqueren und auf der iberischen Halbinsel zu landen.

Unter der Führung des ehemaligen Berbers Tarik Ibn Zeyad schafften es die Araber die Westgoten unter König Roderich zu schlagen und schnell die Städte Malaga, Cordoba und Toledo zu erobern. Kurze Zeit später waren auch Sevilla und Carmona von den Moslems besiegt. Nach nur sieben Jahr Kampf waren ein Großteil des heutigen Spaniens und sogar Teile Südfrankreichs eingenommen. Al Andalus nannte man das von den Arabern besetzte Gebiet, dass weitaus größer war als dass heutige Andalusien.

Im 11. Jahrhundert begann dann die Reconquista, die Rückeroberung der von den Arababern besetzten Regionen. Ein erster Erfolg war die Vertreibung der Mauren aus Toledo, doch sollte es bis ins 13. Jahrhundert dauern, bis die meisten Gebiete Spaniens und Portugals wieder in christliche Hände fielen. Und erst ende des 15. Jahrhunderts gelang es mit dem Emir Muhammad XII. den letzten maurischen Herrscher aus Granada zu vertreiben. Nach 800 Jahren maurischer Herrschaft war das Gebiet Spaniens wieder in christlicher Hand.

Die Zeit unter den Arabern war keineswegs nur eine lange Epoche der Unterdrückung, denn im Mittelalter waren die Araber den Europäern in vielerlei Hinsicht überlegen. Während das Christentum im Mittelalter mit Hexenverbrennung und Inquisition wütete, hatte das Emirat von Cordoba einen guten Ruf als Ort von Wissenschaft und Philosophie. Und im heutigen Europa ist nach dem Vatikan in Rom die von den Mauren erbaute Alhambra das touristische Ziel, das die meisten Touristen anzieht.

Die Fiestas Moros y Cristianos sind daher keineswegs antiislamische Spektakel sondern die spielerische Nachstellung dessen, was in Spanoens Geschichte nun mal passiert ist. Und heutzutage sind die Fiestas Moros y Cristianos natürlich auch eine Attraktion, um Touristen anzulocken, ein Event eben, eine schöne Party mit historischen Hintergrund.

Zusatzinformationen

Sevilla
Sevilla
In der Innenstadt von Sevilla machen sich sowohl römische als auch maurische Einflüsse bemerkbar. Wunderschön ist die Altstadt mit ihren engen Gassen und der überwiegen orientalischen Bauweise.
Córdoba
Córdoba
Obwohl Córdoba zu den größten Städten Andalusiens zählt, geht es hier wesentlich ruhiger zu, als im quirligen Sevilla.
Gibraltar-Felsen
Gibraltar-Stadt
Trotz seiner britischen Umgangsformen ist Gibraltar an der Südspitze Andalusiens dennoch ein fester Bestandteil der Region. Als Bindeglied zwischen Europa und Afrika ragt der Fels allerdings nicht nur optisch aus der Landschaft Südspaniens heraus. Urlauber und Touristen sollten diesen sagenumwobenen Ort zumindest einmal besucht haben.
Granada
Granada
Auch in Granada ist der Einfluss der Mauren noch an zahlreichen Bauwerken zu sehen. Besonders beeindruckend ist die Festung Alhambra, welche die größte ihrer Art in ganz Spanien ist.

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