Benaocaz: Nazarí-Gassen, Wanderwege und Festtradition
Zwischen Nazarí-Gassen und Wanderwegen
Benaocaz verbindet ein historisch geprägtes Ortsbild mit Wegen, die zu Schluchten, Wasserfällen und erhaltenen historischen Spuren führen. Der Ort selbst wurde durch das andalusische Dekret 27/1985 zum historisch-künstlerischen Ensemble erklärt. Besonders anschaulich ist das Barrio Nazarí: Seine engen, labyrinthischen Gassen bewahren das alte Pflaster und sind von weiß getünchten Häusern mit farbenfrohen Blumenbeeten gesäumt.
Auch die Iglesia de San Pedro trägt mehrere historische Ebenen in sich. Ihr Glockenturm besteht aus dem Minarett einer früheren Moschee. In der Kirche befindet sich außerdem der als „Amarrao“ bekannte Cristo de la Columna. Eine weitere markante Anlage ist das Castillo de Aznalmara. Die verfallene Festung bewahrt einen Waffenhof, eine Zisterne oder einen Brunnen sowie einen Teil der Zinnen an ihrem quadratischen Bergfried.
San Blas und lokale Tradition
Das San-Blas-Fest in Benaocaz wird am 3. Februar gefeiert; seine Feier wird mindestens seit dem 17. Jahrhundert angenommen. Zum Fest gehört eine von Charangas begleitete Prozession durch die Straßen von Benaocaz. Mittags gehört außerdem eine Verkostung typischer Produkte aus der Region dazu. Damit stehen beim Fest sowohl der öffentliche Weg durch den Ort als auch regionale Erzeugnisse im Mittelpunkt. Der 3. Februar bezeichnet den konkreten Festtag, während die angenommene Feier seit mindestens dem 17. Jahrhundert auf eine lange Überlieferung verweist.
Wanderwege mit unterschiedlichen Profilen
Der Wanderweg zum Salto del Cabrero beginnt in Benaocaz am Ende der Calle Pajaruco am nördlichen Rand des bebauten Ortsgebiets. Die gleichnamige Schlucht weist senkrechte Felswände von mehr als 80 Metern Höhe und einen Durchgang von höchstens 50 Metern Breite auf.
Der Wanderweg Ojo del Moro ist 1,384 km lang, dauert 40 Minuten und wird als leicht eingestuft. Er führt zu Wasserfällen am Arroyo del Pajaruco und an einem aufgegebenen Kalkofen vorbei. Der Wanderweg nach Casa Fardela ist 3,2 km lang, dauert 1 Stunde und 30 Minuten und wird als mittelschwer eingestuft. Sein Beginn liegt im oberen Teil von Benaocaz, im Bereich Los Corrales, am Ende der Calle de los Nazaríes. Unterschiedliche Streckenlängen helfen bei der Etappenplanung. Für die Zeitplanung unterscheiden sich die beiden Angaben deutlich: Ojo del Moro ist mit 40 Minuten und leichter Einstufung beschrieben, Casa Fardela mit 1 Stunde 30 Minuten und mittlerem Anspruch.
Eine historische Wegverbindung bildet die Calzada Romana de Ubrique. Der Wanderweg führt von Benaocaz nach Ubrique über eine gut erhaltene Römerstraße. So stehen neben den Naturformen des Salto del Cabrero und den Wasserfällen am Arroyo del Pajaruco auch antike Wegsubstanz, aufgegebene Handwerksrelikte und die kleinteilige Ortsarchitektur im Mittelpunkt der Erkundung.
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