Jete – Chirimoya, Río Verde und Geschichte

Jete gehört zum Erzeugungsgebiet der geschützten Ursprungsbezeichnung Chirimoya de la Costa Tropical de Granada-Málaga. Diese Ursprungsbezeichnung schützt ausschließlich Cherimoyas der Sorten Fino de Jete und Campas.

Kultur und Geschichte

Jete liegt an den Ufern des Río Verde, der den Ort in zwei Ortsteile teilt. Die Entstehung der heutigen Siedlung Jete wird in die arabische Zeit eingeordnet; Geografen des 11. und 12. Jahrhunderts erwähnten Set, Xet und Yeth als Alquería von Almuñécar. Für Jete sind außerdem Siedlungsspuren aus dem Neolithikum belegt, darunter Bestattungen in Höhlen und Steinkisten sowie zahlreiche lithische und keramische Funde.

Die Pfarrkirche San Antonio gehört zu den beiden hervorgehobenen historisch-religiösen Gebäuden von Jete. Sie wurde zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert erbaut und enthält wertvolle Werke von Alonso de Mena. Die Wallfahrtskapelle Virgen de Bodíjar steht auf einem Hügel außerhalb des Ortskerns von Jete.

Das Santuario de Bodíjar liegt am oberen Ende des Barranco de Bodíjar und bietet Ausblicke auf das Tal des Río Verde und das Meer. Die Fábrica Trapiche wurde 1736 erbaut und war die erste bedeutende Zuckerfabrik in Jete.

Die Romería de la Virgen de Bodíjar war bereits im 17. Jahrhundert als berühmte Tradition bekannt. Am letzten Sonntag im April wird die Virgen de Bodíjar in einer Prozession zu ihrem vier Kilometer von Jete entfernten Heiligtum getragen. Die heutige Feier umfasst bis zum Sonnenuntergang Gebete, Gesänge und Tänze; anschließend wird die Virgen zur Kirche San Antonio zurückgebracht. Die Patronatsfeierlichkeiten zu Ehren der Virgen de Bodíjar finden vom 31. Dezember bis zum 2. Januar statt.

Landschaft und Wege

Die Kulturlandschaft Paisaje agrario del Alto Río Verde zwischen Jete und Otívar ist durch Landwirtschaft auf Terrassen nahe dem Fluss geprägt; im unteren Bereich gibt es Zuckerrohrplantagen, im übrigen Becken gemischte Gemüse- und Obstkulturen. Im Kulturlandschaftsraum Paisaje agrario del Alto Río Verde sind Mühlen und Zuckerpressen in Jete als Bauwerke ausgewiesen, die mit der gartenbaulichen und landwirtschaftlichen Kultur verbunden sind.

Das Ortsbild von Jete und die fruchtbaren, bewirtschafteten Flächen in seiner Umgebung bilden eine Agrarlandschaft, in der sich Merkmale des in historischen Chroniken beschriebenen Landschaftsbildes erkennen lassen. Die Kulturlandschaft Paisaje agrario del Alto Río Verde ist Teil einer Route von El legado andalusí auf der Ruta de al Idrisi.

Eine lokale Wanderroute beginnt am Cortijo de la Malagueña, das am Zusammenfluss der Gemeindegebiete von Otívar und Jete liegt. Die lokale Wanderroute ist ungefähr 2,5 Kilometer lang und weist eine starke Steigung auf. Durch die Sierra de Bodíjar führt eine Route, die an der Cueva de las Vacas endet.

Busverbindungen gibt es zwischen Jete und Almuñécar sowie zwischen Jete und Granada.

Erzeugnisse und Feste

Die Sorte Fino de Jete wurde um 1880 von örtlichen Landwirten in Jete ausgewählt; an einem Ort namens El Chirimoyo ist eine alte Pflanzung dokumentiert. Die geschützte lokale Sorte Fino de Jete ist für den Frischverzehr in den Klassen Extra und I bestimmt.

Die Feria Chirimoya Fino de Jete fand am 27. November 2025 in ihrer dritten Ausgabe statt. Bei optimaler Ernte wechselt die Chirimoya von intensivem Grün zu blassem Grün; ihr Fruchtfleisch ist weiß bis elfenbeinfarben, sehr aromatisch und entwickelt sich beim Verzehr von säuerlich zu süß.

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