Marchena: Kirchen, Stadtmauer und Feste

File:Antonio de Marchena - Plaza de España - Seville, Spain - DSC07668.JPG File:Antonio de Marchena - Plaza de España - Seville, Spain - DSC07668.JPG Foto: Daderot via Wikimedia Commons, CC0

Das historische Ensemble von Marchena ist als Bien de Interés Cultural eingestuft und in den Catálogo General del Patrimonio Histórico Andaluz eingetragen.

Stadtgeschichte und Baukunst

Die Puerta de Sevilla, volkstümlich Arco de la Rosa genannt, gehört zu den wichtigsten Eingängen der almohadischen Stadtmaueranlage von Marchena aus dem 13. Jahrhundert und ist mit einer auf mittelalterlichen Ereignissen beruhenden Legende verbunden.

Santa María de la Mota ist die älteste Kirche von Marchena. Sie wurde innerhalb des Herzogspalasts als private Kapelle der Herzöge errichtet und weist einen Mudéjar-Stil auf. Ihre Errichtung erfolgte im 14. Jahrhundert, etwa um 1356, nach dem Typus der gotisch-mudéjarischen Kirchen von Sevilla. Der Turm wird von mehreren Glockengeschossen aus dem 16. Jahrhundert mit manieristischen Zügen gekrönt.

Die Iglesia de San Agustín wurde im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts als Konventskirche errichtet. Heute ist sie ein barocker Tempel mit Übergangselementen zum neoklassizistischen Stil; ihre Innenausstattung weist Parallelen zur mexikanischen und peruanischen Kunst auf.

Die Parroquia de San Juan Bautista ist gotisch-mudéjarisch gestaltet und wurde im 17. und 18. Jahrhundert durch Umbauten und Ergänzungen verändert. In der Iglesia de San Juan Bautista befinden sich zwei der sechs noch erhaltenen Orgeln von Marchena, während die historische Orgelsammlung Instrumente aus dem 17. bis 19. Jahrhundert umfasst. Die Pfarrei gab 1634 neun Gemälde von Francisco de Zurbarán zur Ausstattung der Sakristei in Auftrag.

Der Chor des Convento de San Andrés besitzt zwei von Scheingratgewölben überspannte Abschnitte, die vollständig mit 1714 entstandenen Temperamalereien ausgeschmückt sind. Das frühere Convento de Santa Clara wurde 1975 abgerissen; erhalten blieb die Kapelle. Ihr Hauptaltar ist ein vergoldetes Werk des 17. Jahrhunderts mit fünf Achsen und einem Übergangsstil zwischen Renaissance und Barock.

Die Iglesia de San Juan, ein der Enthauptung Johannes des Täufers geweihter Tempel, wurde 1931 als Bien de Interés Cultural unter Schutz gestellt. Das Museo Lorenzo Coullaut Valera ist seit 1990 eine Dauerausstellung mit Originalen, Entwürfen und Repliken von Skulpturen des Künstlers und befindet sich in einem almohadischen Turm aus dem 12. Jahrhundert. In Marchena gibt es außerdem Dauerausstellungen zur historischen Erinnerung, darunter „Dignidad versus Represión“. Die archäologische Fundstätte Montemolín in Marchena stammt aus der Bronzezeit.

Feste und religiöse Traditionen

Die Plaza Ducal war früher der Waffenplatz der Burg. Am Karfreitag findet dort die als „Mandato“ bekannte szenische Darstellung der Passion Jesu statt. „El Mandato“ gehört zu den wenigen szenischen Darstellungen des Sakraldramas in Andalusien. Die Semana Santa de Marchena wurde 2001 als „Fiesta de Interés Turístico Nacional de Andalucía“ ausgezeichnet.

Zu Corpus Christi werden in Marchena Balkone und Fassaden mit Behängen, Girlanden, Fahnen und Blumen geschmückt. Die Escuela de Saetas „Señor de la Humildad“ gilt als die erste in Andalusien gegründete Saeta-Schule.

Veranstaltungen und Wege

Die Feria de Marchena ist heute auf Freizeit und Unterhaltung ausgerichtet. Das Messegelände der Feria de Marchena liegt nahe der Straße von Paradas. Der Abschnitt der Vía Verde de la Campiña zwischen La Luisiana, Fuentes de Andalucía und Marchena wurde im September 2016 eröffnet.

Anreise

Marchena ist von Sevilla aus über die A-92 erreichbar. Von Sevilla aus ist Marchena auch über die Eisenbahnlinie Sevilla–Málaga–Granada–Almería erreichbar.

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