Molvízar: Geschichte, Wanderweg und Choto-Tradition

Kultur und Geschichte

In Molvízar steht die Pfarrkirche Santa Ana, deren Errichtung im Jahr 1785 im Auftrag von Carlos III. erfolgte. Das Gotteshaus ist ein neoklassizistisches Werk des Architekten Ventura Rodríguez. In der Pfarrkirche befindet sich außerdem ein Kruzifix aus dem 16. Jahrhundert. So treffen an einem Ort drei klar benennbare historische Bezugspunkte aufeinander: der Bauauftrag aus dem 18. Jahrhundert, die Architektur von Ventura Rodríguez und ein sakrales Kunstwerk aus einer deutlich früheren Epoche.

Auch La Compañía gehört zur Geschichte von Molvízar. Das Anwesen war früher Eigentum der Gesellschaft Jesu. Der zeitliche Status ist dabei Teil seiner Bedeutung: La Compañía verweist auf eine frühere Eigentümerschaft und nicht auf ein heutiges Besitzverhältnis.

Eine weitere historische Spur liegt im megalithischen Komplex von Loma del Cerrajón. Die Fundstätte stammt aus dem Neolithikum und der Kupfersteinzeit und besitzt besondere Bedeutung für die andalusische Vorgeschichte. Damit reicht die belegte Geschichte an diesem Ort weit vor die Bauzeit der Santa-Ana-Kirche und vor die römische Epoche zurück.

Archäologische Spuren und Weinbau

Die römische Villa von Loma de Ceres in Molvízar bestand vom 1. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. fort. Sie war kein einzelnes Wohngebäude ohne weiteren Zusammenhang, sondern ein landwirtschaftlicher Komplex, der der Weinproduktion diente. Zur Vermarktung gehörte die Herstellung von Amphoren. Die Anlage verbindet damit eine lange römische Zeitspanne mit landwirtschaftlicher Nutzung und den Gefäßen, die für den Absatz der Erzeugnisse hergestellt wurden.

Die drei Aspekte der Villa – ihre römische Zeitstellung, der landwirtschaftliche Charakter und die Weinproduktion – gehören zu derselben archäologischen Spur. Die Amphoren ergänzen diesen Zusammenhang um den Bereich der Vermarktung. Loma de Ceres steht dadurch zugleich für die zeitliche Einordnung der Anlage und für die überlieferten Produktions- und Handelsbezüge.

Wandern und Landschaft

Der Sendero Sierra del Chaparral kann am Ortseingang von Molvízar über den Weg Río del Pueblo begonnen werden. Dieser Weg beginnt hinter dem städtischen Friedhof von Molvízar. Beide Angaben gehören zum Einstieg des beschriebenen Wegverlaufs: Der Sendero ist über den Río del Pueblo erreichbar, und dessen Beginn liegt hinter dem städtischen Friedhof.

Der Sendero Sierra del Chaparral führt durch eine Landschaft mit Kalkgeologie und dichtem Buschwerk. Zu seinem Verlauf gehören außerdem aufwendig aus den vorhandenen Steinen errichtete Mauern und Wege. Diese steinernen Elemente sind nicht losgelöst vom Weg zu betrachten, sondern Teil des Wegerlebnisses, das sich aus dem Verlauf durch Kalkgeologie und Buschwerk sowie aus den Mauern und Wegen zusammensetzt.

Die vorhandenen Steine prägen dabei die Mauern und Wege des Senders. Ihre aufwendige Errichtung ist ebenso festgehalten wie die Landschaftsmerkmale des Weges. So nennt der Verlauf sowohl die geologische Umgebung als auch das dichte Buschwerk und die aus Stein gebauten Strukturen.

Lokale Tradition

Bei einem Wettbewerb bereiten die Teilnehmer Choto nach dem traditionellen Rezept der Gemeinde Molvízar zu. Die Zubereitung ist damit an einen Wettbewerb und an das traditionelle Rezept der Gemeinde gebunden. Die gastronomische Choto-Tradition in Molvízar zieht jedes Jahr Dutzende Besucher an.

In Molvízar gibt es außerdem eine lebendige Tradition mit einer Geschichte von mehr als 135 Jahren. Diese Zeitangabe steht für die lange Geschichte der Tradition in Molvízar. Zusammen mit dem Choto-Wettbewerb und dem überlieferten Gemeinderezept gehört sie zu den lokalen kulturellen Bezügen des Ortes.

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