Tocina zwischen Guadalquivir, Pilgerweg und Kirchenkultur

File:Campo (Tocina).jpg File:Campo (Tocina).jpg Foto: CarlosVdeHabsburgo via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Zwischen Flusslandschaft und historischen Spuren

Tocina und Los Rosales liegen in der touristischen Region Guadalquivir-Doñana. In Tocina treffen dabei Wege durch die Landschaft, religiöse Traditionen und markante Sakralbauten aufeinander. Das heutige Straßenbild und Gebäude wie die Kirche San Vicente zeugen von früheren Spuren des Johanniterordens im Ort. So lässt sich Tocina auf verschiedenen Ebenen entdecken: als Station am Fluss, als Ziel für Routen und als Ort mit einer deutlich sichtbaren kirchengeschichtlichen Prägung.

Unterwegs auf Pilger- und Landschaftsrouten

Die siebte Etappe des Camino Benedictino führt von Norden nach Süden durch Tocina. Dabei passiert sie die Pfarrkirche San Vicente Mártir sowie die Kapelle San Benito Abad. Für eine Etappenplanung verbindet sich hier der Verlauf eines Pilgerwegs mit zwei konkreten religiösen Bauwerken. Die Route 2 von Brenes nach Tocina führt am Südufer des Guadalquivir entlang, durch Obstgärten und Baumwollfelder.

Am Guadalquivir liegt das Naturgebiet La Playita. Dort gibt es Picknickplätze und zahlreiche Wege für Erholung im Freien. Die Verbindung aus Uferlandschaft, Wegen und Aufenthaltsplätzen eröffnet eine andere Beobachtungsebene als der historische Ortskern. Wer Tocina über eine längere Strecke mit dem Fahrrad ansteuert, findet außerdem die lineare Radroute Sevilla–Los Rosales–Tocina mit einer Länge von 49,30 km. Die Länge von 49,30 km hilft dabei, eine Radtour als zusammenhängende Etappe einzuordnen.

Orientierung zwischen Sevilla und Tocina

Für die Anreiseorientierung besteht eine Bahnverbindung über die Cercanías-Linie C3: Sie fährt vom Bahnhof Sevilla Santa Justa bis zum Haltepunkt Tocina. Damit steht neben den Pilger-, Wander- und Fahrradrouten auch eine klar benannte Verbindung zwischen Sevilla und Tocina im Raum. Die unterschiedlichen Wege und Verkehrsmittel machen sichtbar, dass sich der Ort sowohl über eine geplante Etappe als auch über einzelne Ausflüge in die Landschaft erschließen lässt.

Kirche, Baugeschichte und religiöses Erbe

Die Kirche San Vicente besitzt einen basilikalen Grundriss mit drei Schiffen, einen geraden Chorabschluss und zwei quadratische Fassadentürme. Ihr äußeres Erscheinungsbild folgt den maltesischen Architekturkanons des frühen 18. Jahrhunderts. Der Grundstein der Kirche wurde am 18. Mai 1703 gelegt. Der Grundriss, der Chorabschluss und die Türme prägen damit das Erscheinungsbild des Gebäudes, während das konkrete Datum auf seine Entstehungsgeschichte verweist.

Ein weiterer religiöser Ort ist die Ermita de la Soledad. Sie ist ein barockes Gebäude und beherbergt die Standbilder der örtlichen religiösen Bruderschaften. Früher diente die Ermita als Friedhof.

Eine Prozession mit langer Tradition

Die Romería de la Virgen de Fátima wird seit 1958 im Mai gefeiert. Nach einer Messe zieht die Romería zu Fuß und zu Pferd mit dem Simpecado auf einer Kutsche zu dem als El Eucaliptal bezeichneten Gelände. Der Ablauf verbindet einen religiösen Anlass mit einer Prozession durch den Ort und seiner Umgebung. Wer nach einem kulturellen Bezugspunkt für einen Aufenthalt in Tocina sucht, findet darin eine seit 1958 bestehende Tradition, deren Termin im Mai liegt.

Weitere Ziele derselben Auswahl: Castilleja De La Cuesta, Écija, El Ronquillo, Coria Del Río, Los Corrales, Constantina, Cerro de Hierro, Bormujos.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Sevilla.

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