Benamaurel zwischen Schwefelroute und Höhlenhäusern

Natur

Benamaurel zeigt auf der Ruta del Azufre eine Landschaft, in der Wegeführung, Badlands und die Geschichte des Schwefelabbaus eng miteinander verbunden sind. Der etwa acht Kilometer lange Weg verläuft linear und beginnt an der Plaza Mayor. Durch das Viertel San Antonio führt er hinunter zur Vega del Guardal. Die lineare Wegführung verbindet dabei den innerörtlichen Beginn mit den tiefer gelegenen Landschaftsräumen; Plaza Mayor, San Antonio und Vega del Guardal gehören zu derselben beschriebenen Route.

Anschließend verläuft die Ruta del Azufre durch die Badlands von Benamaurel bis zum Gebiet El Minado. Dort wurde Schwefel aus Schächten gewonnen. Die Route verbindet damit mehrere klar benannte Landschafts- und Geschichtsräume: die Badlands, El Minado und die früheren Schächte liegen entlang ihres Verlaufs.

Die Minas de azufre de Benamaurel entstanden durch die biologisch induzierte Bildung von elementarem Schwefel. Dieser bildete sich in Sedimenten unter einem flachen See, der mit Mineralsalzen gesättigt war. Die geologischen Bedingungen der Ruta del Azufre sind im Geopark von Granada als Lugar de Interés Geológico LIG 55 ausgewiesen. Die Lagerstätte ist damit an eine konkrete Abfolge aus flachem See, Mineralsalzen und Sedimenten gebunden. Der Schwefel entstand unter diesen biologisch induzierten Bedingungen in diesem früheren Ablagerungsraum.

Geschichte

Die Iglesia de la Anunciación wurde 1520 über einer früheren Moschee errichtet. Zum Bau gehört eine Holzdachkonstruktion, die nach dem Verlust der Kassettendecke eingebaut wurde. Die Kassettendecke ging bei einem Brand im Jahr 1837 verloren; die Holzkonstruktion verweist damit auf eine konkrete Veränderung in der Baugeschichte der Kirche. Die Holzdachkonstruktion gehört somit zur späteren Baugeschichte des Gotteshauses und steht zeitlich nach dem Brand.

Ein weiterer charakteristischer Bestandteil Benamaurels sind die troglodytischen Viertel mit ihren Höhlenhäusern. Sie wurden über Jahrhunderte als traditionelle Wohnstätten genutzt und in die Hänge von Hügeln und Schluchten ausgehöhlt. Wohnform und Landschaft treten hier unmittelbar zusammen: Die Häuser liegen nicht neben den Hängen, sondern sind in deren Formen hineingearbeitet. Troglodytische Wohnstätten bezeichnen hier somit Häuser, deren Räume unmittelbar in die Hänge von Hügeln und Schluchten eingearbeitet sind.

Kultur

Am letzten Sonntag im April und am darauffolgenden Montag feiert Benamaurel seine traditionellen Fiestas de Moros y Cristianos. In Andalusien genießen sie eine Anerkennung auf autonomer Ebene. Zu den Festen gehören „Las Batallas“ und „Los Papeles“.

Beide Festbestandteile haben das „Cautiverio y Rescate de Ntra. Sra. La Virgen de la Cabeza“ zum Inhalt. „Los Papeles“ bildet dabei den Hauptinhalt des Festes. Die spanischen Bezeichnungen machen sichtbar, dass die Feier ihre eigenen benannten Formen und einen genau bezeichneten inhaltlichen Mittelpunkt bewahrt.

Kulinarisches

Die Feria Alimentaria Benamaurel verbindet während der Veranstaltung das Verkosten lokaler Produkte mit ihrem Kauf. Damit erhält auch die örtliche Lebensmittelkultur einen eigenen Platz neben den geologischen Besonderheiten, den Höhlenhäusern und den traditionellen Festen.

Weitere Orte entdecken: Fuensanta, Ferreira, Almuñécar, Fuente Vaqueros, Padul, Cijuela, Alamedilla, Cástaras

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Granada.

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