Benacazón zwischen Mudéjar-Kultur und Guadiamar

File:Azulejo de la Virgen del Rosario (Benacazón).jpg File:Azulejo de la Virgen del Rosario (Benacazón).jpg Foto: CarlosVdeHabsburgo via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Mudéjar-Architektur in Benacazón

Benacazón verbindet eindrucksvolle Mudéjar-Architektur mit einem regionalen Mosto-Bezug und einer Landschaft am Guadiamar. Die Pfarrkirche Santa María de las Nieves ist ein Mudéjar-Bau mit einem einzigen Schiff, einer Holzdecke und einer Hauptkapelle. Am Hauptaltar beherbergt sie die Schutzpatronin von Benacazón, die Virgen de las Nieves. In der Capilla Sacramental wurde der Altaraufsatz 1618 bei der Werkstatt Juan Martínez Montañés in Auftrag gegeben und 1632 umgestaltet.

Gegenüber der Pfarrkirche befindet sich die Casa-Palacio mit einer barocken Arkade rund um den Innenhof. So stehen an diesem Ort ein sakraler Mudéjar-Bau und ein Palastbau mit barocker Hofarchitektur gegenüber. Die beiden Bauformen markieren unterschiedliche Kapitel der örtlichen Baugeschichte und ergänzen die genannten Details der Kirche um ein weiteres architektonisches Motiv.

Auch die Ruinen der Ermita de Castilleja de Talhara führen in die Baugeschichte der Region. Sie sind die Überreste einer Mudéjar-Einsiedelei aus dem 15. Jahrhundert, die aus Ziegeln und Stampflehm errichtet wurde. An den Fenstern weist das Bauwerk Elemente aus glasierter Keramik auf. Die Ermita de Castilleja de Talhara hat einen basilikalen Grundriss mit drei Schiffen, Spitzbögen und einer quadratischen Hauptkapelle.

Ermitas und Wege am Guadiamar

Die Ermita de Gelo stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist Mudéjar-Ursprungs. Auf ihr erhebt sich ein schlanker Glockengiebel aus dem 17. Jahrhundert. Im Inneren ist sie rechteckig angelegt und durch zwei Reihen rechteckiger Pfeiler in drei Schiffe gegliedert. Die Ermita liegt drei Kilometer von Benacazón entfernt an der Straße Sevilla–Villamanrique neben der Hacienda de Gelo.

Der Corredor Verde del Guadiamar durchquert den westlichen Teil der Gemeinde Benacazón und wurde 2003 zur geschützten Landschaft erklärt. Eine Route beginnt an der Brücke bei der Cercanías-Station in Benacazón und führt bergab zum Corredor Verde del Guadiamar. Für die Planung dieses Weges sind damit der Beginn an der Brücke bei der Station und der Verlauf bergab zum Corredor Verde konkret benannt.

Verbindungen und regionale Küche

Für die Anreise ist Benacazón an die Renfe-Cercanías-Linie C5 zwischen Sevilla und Benacazón angebunden. Die Überlandbuslinie M-168 verbindet Sevilla und Benacazón über Espartinas. Beide Verbindungen nennen Sevilla als Ausgangs- beziehungsweise Zielort und ergänzen die Route, die an der Cercanías-Station beginnt.

Zur lokalen Küche gehört das typische Gericht chícharos y tronchos, das aus Bohnen mit Mangold besteht. Pobre hombre wird aus den Resten dieses zuvor genannten Gerichts zubereitet. Lokaler Most aus Benacazón wird zum Verkosten angeboten; dazu werden in Benacazón gewürzte Oliven als Tapa gereicht. Im regionalen Kontext gehört Benacazón zu den Orten der Ruta del Mosto aljarafeño. Zu den Festen in Benacazón gehört außerdem die Fiestas Patronales de Las Nieves in der ersten Augustwoche.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Sevilla.

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