Acalá Del Río zwischen Ilipa Magna und Guadalquivir
File:Ayuntamiento de Alcalá del Río.JPG
Foto: CarlosVdeHabsburgo via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Römische Stadtmauer, Mudéjar-Kirchen, Museen und der Guadalquivir prägen Acalá Del Río; archäologische, religiöse und industrielle Zeugnisse bestimmen den Ortscharakter.
Römische Spuren und archäologische Schichten
Das Centro de Interpretación de la Muralla Romana de Ilipa Magna befindet sich in der Calle Sol; nahe dem historischen Zentrum von Alcalá del Río liegt die archäologische Stätte La Angorrilla. Sie umfasst eine chalkolithische Siedlung mit etwa 100 in Mergeln und Terrassenablagerungen angelegten Silos und wurde in der chalkolithischen Epoche als Siedlung, in tartessischer und römischer Zeit als Nekropole genutzt. Die römische Stadtmauer von Alcalá del Río ist als Bien de Interés Cultural (BIC) geschützt, entstand um das 1. Jahrhundert n. Chr. und erreicht stellenweise mehr als 8 Meter. Der zweite Museumssaal widmet sich dem römischen Alcalá del Río, dem antiken Ilipa Magna; das Mosaik an der Plaza de España ist ein Opus Tesselatum aus dem 2. oder 3. Jahrhundert n. Die städtische archäologische Sammlung in der Casa de la Cultura umfasst fast 1.000 Stücke vom Neolithikum bis zur Gegenwart, darunter Münzen, Keramik und Werkzeuge, mit besonderem Schwerpunkt auf dem römischen Erbe.
Mudéjar-Bauten und religiöse Traditionen
Die Kirche Santa María de la Asunción ist ein Mudéjar-Bauwerk aus dem frühen 14. und 15. Jahrhundert; ihr Turm steht auf einer römischen Verteidigungsanlage. In der Kirche befinden sich Werke von Duque Cornejo, Roque Balduque, Hernando de Esturmio und Francisco Antonio Gijón. Die Mudéjar-Ermita de San Gregorio de Osset wurde Ende des 15. Jahrhunderts auf Anordnung der Katholischen Könige errichtet. Ihr Grabmal mit visigotischer Inschrift birgt die Überreste des heiligen Bekenners Gregorio de Osset. Die Karwoche von Alcalá del Río ist als Fiesta de Interés Turístico Nacional de Andalucía anerkannt und wird alljährlich als Teil der örtlichen Tradition und des religiösen Glaubens gefeiert.
Guadalquivir, Staustufe und Gärten
Am Guadalquivir prägen üppige Ufervegetation und vielfältige Wasservögel den Flussraum. Der Zugang zum Flussgebiet des Bajo Guadalquivir ist frei, unter anderem vom Parque de la Loberilla aus. Der Staudammkomplex von Alcalá del Río umfasst einen Speicherstau mit Schützen, ein Wasserkraftwerk, eine Betriebsbrücke auf Pfeilern, eine Straßenbrücke und eine Schleuse. Die Bauarbeiten begannen im Sommer 1928; der Damm war der erste in Spanien errichtete hydraulische Staudamm mit Schützen. Die Gärten von Winthuysen gestaltete Javier de Winthuysen 1931 als Teil des Komplexes des Wasserkraftwerks. Sie gelten als historischer Garten in einer industriellen Landschaft und umfassen etwa 3.062 m². Für den Zugang muss die Staustufe überquert werden, da die Gärten am gegenüberliegenden Flussufer vom Ortszentrum liegen. Das Gebiet Bajo Guadalquivir ist als Zona de Especial Conservación (ZEC) ausgewiesen; im Stadtgebiet von Alcalá del Río liegt die Staustufe von Alcalá del Río.
Routen und Besuchsorientierung
Für einen Besuch des Centro de Interpretación ist eine vorherige Anmeldung in der Casa de la Cultura erforderlich; es kann einzeln oder in Gruppen besucht werden. Am Ufer des Guadalquivir und im Stausee wird auf Albur, Karpfen und Schwarzbarsch geangelt. Die Etappe 6 des Camino Benedictino ist eine benannte Route zwischen Alcalá del Río, Villaverde del Río und Brenes. Die Buslinie M-115 verbindet Alcalá del Río mit La Rinconada und Sevilla.
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